Hochgerichtlich

Den Marktplatz in Bernkastel-Kues ziert ein Pranger, der urprünglich natürlich in keiner Weise als Zierde dienen sollte sondern als Mittel einer „hochgerictligen Strafe“.

DSC_7818.JPG

Nicht vom ursprünglich „prahlen“, später „prunken“ bedeutenden Verb prangen leitet sich der auch Schandpfahl genannte Pranger her:

Als Ursprung wird vielmehr das mittelhochdeutsche Verb prangen angesehen, das „drücken, (be)klemmen“ bedeutete. Dem Angeprangerten war auch nicht nach Prunk zumute, denn seine Lage war beklemmend: Man hatte ihm, der ein Ehrverbrechen begangen hatte, ein Eisen um den Hals gelegt, das mit einer Kette an einem Holzpfahl oder einer Steinsäule dem Pranger befestigt war. Dies geschah mitten in der Stadt, etwa auf dem Kirch oder Marktplatz. Der auf diese Weise zur Schau Gestellte durfte von allen geprügelt, beworfen und beleidigt werden. Auf dieser Grundlage entwickelte sich die Bedeutung von an den Pranger stellen bzw. anprangern, nämlich „bloßstellen, öffentlich scharf kritisieren“. 1853 versuchte man in Berlin ein letztes Mal, dieses mittelalterliche Strafritual wiederzubeleben.

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2 Antworten zu Hochgerichtlich

  1. minibares schreibt:

    So lange ging das?
    Schlimm, dass kein gerechtes Strafverfahren abgehalten wurde.
    Wie oft wurden sie zu Unrecht angeprangert?

  2. IG schreibt:

    Hallo Werner,

    Und der unvergessene Fall von versuchter „Bürgerselbstjustiz“ in der Moselstadt -am 25.Februar vor 90 Jahren. Also morgen das Gedenken….
    Um alles darüber zu erfahren: Radiotipp: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/zeitwort/startseite-mit-vorschau/-/id=660694/did=13778318/nid=660694/d6k518/index.html

    Gute Nacht!

    Irene

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