Es klang überzeugend

Es klang wirklich überzeugend, was ich heute in der Begegnung mit dem Trompeter Markus Stockhausen hörte.

Damit meine ich natürlich auch sein Trompetenspiel. Das war wirklich erstklassig. (Aber das ist ein anderes Thema)

Nein ich meine damit auch, das was er in seinem Vortrag sagte. Er sprach unter anderem über den das was die Person ausmacht. Den Begriff „Person“ leitete er vomlateinischen „per-sonare“ her. Also das was „durchtönt“. Das klang für mich einleuchtend und überzeugend.

Und dann las ich bei Wikipedia, dass diese Deutung doch recht umstritten ist.

Die Herkunft des Wortes Person ist nicht vollständig geklärt; es existieren hierzu verschiedene Theorien. Fest steht lediglich, dass es im 13. Jahrhundert als person(e) aus lat. persona „Maske des Schauspielers“ ins Deutsche übernommen wurde. Der Ursprung des lateinischen Begriffes ist jedoch umstritten. Am bekanntesten ist die Ableitung von lat. per-sonare (kurzes -o-) für „durchtönen“ (nämlich die Stimme durch die Maske). Ein vergleichbarer Erklärungsversuch nimmt die Abstammung von per-sônare bzw per-zônare (langes -o-) für „verkleiden“ (zu griech. ζώνη zônê ‚Gürtel‘) an. Diese Ad-hoc-Herleitungen werden jedoch stark angezweifelt. Der an der Lautgeschichte interessierte Etymologe Josef Justus Scaliger (* 1540, † 1609) entschied sich für perzonare (einen Gürtel anlegen), was allerdings keine rein lateinische Etymologie darstellt. Denn zona kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Gürtel“.

Manche Wissenschaftler halten den Begriff für eine Entlehnung aus dem neutestamentlichen griech. πρόσωπον prosôpon ‚Maske‘, ‚Rolle‘, ‚Mensch‘ (ältere Bedeutung: (An)Gesicht, Miene, Blick, äußere Gestalt, Aussehen).

Einer anderen und von den meisten Etymologen und Philologen heute für wahrscheinlicher gehaltenen Theorie zufolge stammt er jedoch vom etruskischen Wort phersu für ‚Maske‘. Die Ableitung aus dem Etruskischen wird bereits seit Jahren als einzige Version von der Duden-Redaktion vertreten. Phersu war der Eigenname einer Gestalt aus der Unterwelt, die bei Leichenspielen auftrat und sich in einer für sie typischen Verkleidung zu erkennen gab.

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5 Antworten zu Es klang überzeugend

  1. minibares schreibt:

    Oh je, war mir gar nicht bewußt, dass der Ursprung von Person so schwer ist.

  2. Herr Ärmel schreibt:

    Man muss hinsichtlich der aus dem Lateinischen übernommenen Wörter grundsätzlich unterscheiden, wann sie übernommen worden sind. Sehr viele Wörter wurden im Zuge zunehmender Verwissenschaftlichung erst in der Vormoderne in verschiedene europäische Sprachen jener Zeit eingeführt.
    Das Lateinische war in Europa die lingua franca bis etwa ins 18. Jahrhundert. Als Verständigungsmittel war es das Küchenlatein, also salopp gesprochen ein vereinfachtes Latein, bei dem neue Wörter je nach Zweck eingesetzt und gebraucht worden sind.
    Wenn also heute darum ethymologisiert wird, sind Fehlinterpretationen Tür und Tor geöffnet, wenn man bestimmte Umstände dabei nicht mitberücksichtigt.

    Diesen Effekt gibt es auch heute noch mit unserer lingua franca, dem Englischen. Er ist dem lebendigen Wesen einer Sprache eigentümlich.

    Solche zeitbedingten Wortgebräuche gibt auch es innerhalb der eigenen Sprache.
    Ein Beispiel: bis etwa zum Ende des 18. Jahrhunderts war das deutsche Wort umständlich ein Qualitätsbegriff, der darauf verwies, dass eine Sache in allen Umständen, also sehr ausführlich, dargestellt worden und somit positiv besetzt ist.
    Heute wird dieses Wort genau umgekehrt gebraucht, nämlich negativ.

    Nachmittäglichschöne Grüsse aus dem grauhimmlischen Bembelland

    • nurmalich schreibt:

      Vielen Dank für diese ergänzenden Ausführungen. Sprache entwickelt sich und Bedeutungen verändern sich. Das macht manchmal die Verständigung schwieriger – gerade die von vielen gebrauchten Anglizismen haben in unserem Sprachgebrauch oft eine ganz andere Bedeutung als in der Herkuntssprache englisch.
      Oder auch Wörter, die deutsch udn englisch ganz ähnlich klingen und wohl eine gemeinsame Herkunft aber eine ganz unterschiedliche Bedeutung haben können.
      Wen hier jemand sagt: „das irritiert mich“ ist das ja etwas anderes als „I am irritated“.

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